Wien, du bist a Wahnsinn – das denkt sich Gerti Zack jedes Mal, wenn der Flieger zur Landung ansetzt. Gerade war sie noch in Italien auf Urlaub, mit einer Freundin aus dem Pensionist*innenenklub. Sonne, Pasta, Aperol – eh klar. Aber als sie über Wien drüberfliegt, zieht’s ihr den Blick nicht etwa zur Innenstadt oder zum Riesenrad – nein: Sie schaut hinunter zur Berresgasse.
„Na schau einer an“, murmelt sie – halb zu sich selbst, halb zu der jungen Frau am Gangplatz, die ein bisschen nervös am Sitz herumzupft.
„Dort unten, da hat sich was getan in den letzten Jahren.“
Was Gerti von oben sieht: Den Hirschstettner Badeteich; viele neue Wohnhäuser; Grün, ganz viel Grün; den Park der Artenvielfalt; die Seestadt, mit ganz viel leeren Bauflächen die auf ihre Bebauung warten. Sie erinnert sich noch gut: Als das erste Mal vom Stadtentwicklungsgebiet Berresgasse und der Seestadt die Rede war. Jetzt, sieben Jahre später, steht da ein Stadtteil, in dem sich jung und alt begegnen. „Und ja, natürlich ist nicht alles perfekt – aber ehrlich: Wo ist es das schon?“
Gerti mag’s konkret: neue Wohnungen für Familien, leistbar und mit gefördertem Mietzins. Spielplätze, Gemeinschaftsräume, ein Bildungscampus, sozial und nachhaltig.
Was sie besonders freut: Es floss viel Zeit in die Planung des Stadtteils. Das Ergebnis: Gemeinschaft. Begegnung. Umwelt. Von nachhaltigen Materialien für die Gebäude, über Grünräume und den Erhalt der Böden zu sharing Angeboten wie Mo.Point. „Und wenn ich höre, dass es da sogar ein Stadtteilmanagement gibt, welches den Stadtteil mit begleitet und wo man sich informieren und gemeinschaftlich engagieren kann – da geht mir das Herz auf!“
Herr Zack hingegen kann dem Ganzen wenig abgewinnen. „Was soll i denn dort?“, murmelt er gern, wenn Gerti wieder einmal von dem neuen Pensionist*innenklub schwärmt. „Seit sieben Jahren wird da gebaut – staubig, laut, und Menschen hab ma eh schon genug.“
Gerti winkt ab. „Franz, irgendwann pack ich uns zusammen und dann ziehen wir in eine von den schönen neuen Wohnungen mit Balkon, Aufzug, dem Pensionist*innenklub im Erdgeschoß und dem Billa ums Eck.“ Er grummelt, sie grinst – und weiß längst, dass Franz insgeheim genauso staunt, wie sich der Stadtteil in den letzten Jahren gemacht hat, trotz Baulärm und Staub. Klar, das war manchmal mühsam, denkt Gerti, aber eben Teil eines Stadtteils, der Schritt für Schritt gewachsen ist.
Wieder zurück in Wien, sitzt Gerti gerade in der S80 Richtung Aspern Nord. Am Handy checkt sie schnell noch den Eventkalender vom Stadtteilmanagement, der hängt auch im Schaufenster bei der Berresgasse: „Na super: Stadtteilcafé am DI, 19.8., Entspannen am Badeteich am 3.9. und der große alljährliche Nachbarschaftstag am 5.9.– die lassen sich was einfallen!“
Und so kommt sie heim in ihren geliebten Gemeindebau, wo schon Herr Zack mit den Katzen auf der Couch liegt. „War’s schön?“, fragt er schläfrig.
„Ja, herrlich“, sagt Gerti.
„Aber weißt du, was noch schöner ist? Heimkommen. Und sehen, wie Wien sich mit und für die Menschen verändert.“